04.12.2020

Kreistag kann ein Zeichen für gerechtere Welt setzen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Landkreis Rostock soll sich um Fairtrade-Siegel bewerben und regionalen Einkauf fördern

Global denken, lokal handeln – es hat weltweite Auswirkungen, welchen Kaffee wir trinken oder welche Kleidung wir kaufen.

„In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für weltweit geltende gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Handelsstrukturen“, sagt Christine Wunschik, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Rostock. „Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie wird deutlich, welches Risiko von vorwiegend globalen Lieferketten ausgeht. Immer mehr Menschen interessieren sich heute dafür, woher die Produkte stammen und wie sie hergestellt werden.“ Auch auf kommunaler Ebene spiele der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, in immer größeren Maße auch bei der öffentlichen Beschaffung. „Das Fairtrade-Siegel steht dabei unter anderem für ein Verbot von Kinderarbeit, geregelte Arbeitsbedingungen, einen umweltschonenden Anbau sowie einen garantierten Abnahmepreis“, erklärt Dr. Klaus-Michael Bull, Sprecher des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Die Themen fairer Handel und regionale Beschaffung haben die Grünen im Landkreis Rostock schon seit Jahren auf der Agenda. „Los ging es vor geraumer Zeit damit, dass wir uns gefragt haben, ob die Getränke, die zu den Kreistagssitzungen angeboten werden, nicht aus dem Landkreis kommen können - Wasser z.B. aus Güstrow, Saft aus Satow“, sagt Christine Wunschik und ergänzt: „Das Thema Einkauf ist im Landkreis aber viel größer.“ Öffentliche Stellen in Deutschland würden jährlich geschätzt 350 Milliarden Euro für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen ausgeben.

Seit Januar 2009 tragen Städten, Gemeinden und Landkreise in Deutschland für ihr Engagement im Fairen Handel den Fairtrade-Titel. „Fairtrade-Landkreise fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen“, sagt Dr. Klaus-Michael Bull. Ziel der Kampagne sei es, den fairen Handel alltagstauglich zu machen, das Angebot an fair gehandelten Produkten in der Kommune auszuweiten sowie die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und zu motivieren, vermehrt fair gehandelte Produkte zu nutzen.

Weltweit gibt es bereits über 1400 „Fairtrade Towns" in mehr als 24 Ländern. 25 Landkreise - vor allem im Süden der Bundesrepublik - tragen in Deutschland bereits das Fairtrade-Siegel. In Mecklenburg-Vorpommern sind Rostock, Greifwald, Schwerin, Parchim, Zinnowitz und Güstrow „Fairtrade-Towns“ bzw. haben sich um den Titel beworben, aber bisher kein Landkreis. Im Nordosten wäre der Landkreis Rostock somit der erste Kreis, der sich für faire Löhne, soziale Projekte und gute Arbeitsbedingungen einsetzen und damit ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt setzen will.

Regelmäßige Beschaffungsgüter in Verwaltungen sind Papier und Bürobedarf, Bürogeräte, Möbel oder Strom. Auch Dienstleistungen wie IT-Services, Reinigungsdienste oder Wartung von Heizungsanlagen stellen typische Beschaffungsvorgänge dar. Werden die genannten Produkte und Dienstleistungen nachhaltig beschafft, hat das Vorteile: Gute Produkte und Dienstleistungen können kostengünstiger sein, wenn nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Folgekosten berücksichtigt werden. Der nachhaltige Einkauf ist ein wichtiger Beitrag zum Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz und trägt damit aktiv zur Umsetzung der Umweltpolitik bei.

Zugleich können durch regionale und nachhaltige Beschaffung können gezielt lokale Auftragnehmer gefördert werden. Davon sowohl profitieren die regionale Wirtschaft als auch der Landkreis direkt und indirekt u.a. durch höhere Steuereinnahmen, sichere und attraktive Arbeitsplätze sowie eine stärkere Kaufkraft der Beschäftigten.

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